Was ein Glücksspiel kostet, entscheidet sich nicht im einzelnen Spiel, sondern in der Summe aller Einsätze: Der erwartete Verlust ist das Produkt aus Hausvorteil und Umsatz, und der Umsatz wächst mit jedem Spiel, das in eine Stunde passt, sodass dasselbe Spiel in schnellerem Takt mehr kostet. Der Rechner macht aus Einsatz je Spiel, Dauer eines Spiels, Stunden und Auszahlungsquote diesen Betrag, als langfristigen Mittelwert und nicht als Vorhersage für eine Sitzung.
Die Rechnung in drei Schritten
Die Formel ist kurz, und jeder Schritt lässt sich von Hand prüfen. Die Zahl der Spiele je Stunde ist 3.600 geteilt durch die Dauer eines Spiels in Sekunden, der Umsatz ist Einsatz mal Spiele je Stunde mal Stunden, und der erwartete Verlust ist Umsatz mal Hausvorteil, wobei der Hausvorteil 100 % minus Auszahlungsquote beträgt. Mit genau dieser Formel haben wir die Beispiele dieser Seite nachgerechnet.
Der Ausdruck „erwarteter Verlust“ kommt aus der Statistik und meint den Durchschnitt vieler Wiederholungen, nicht den wahrscheinlichsten Ausgang einer Sitzung, und so sind alle Ergebnisse des Rechners gemeint. Die Quote ist die Zahl, die ein erlaubtes virtuelles Automatenspiel als „durchschnittliche Auszahlungsquote je einen Euro Spieleinsatz“ anzeigen muss, international „Return to Player“, und der Hausvorteil („House Edge“) ist ihr Rest bis 100 % (beides erklären die Einträge Auszahlungsquote und Hausvorteil).
Das Beispiel: eine Stunde mit 1 € je Spiel
Unser Beispiel ist ein virtuelles Automatenspiel mit 1 € Einsatz, fünf Sekunden je Spiel und einer Quote von 96 %, eine Stunde lang. Das ergibt 720 Spiele und 720 € Umsatz, und weil von jedem Euro im Mittel 4 Cent beim Anbieter bleiben, beträgt der erwartete Verlust 28,80 €. Mit der Zeit wächst er gleichmäßig: Drei Stunden desselben Spiels sind 2.160 Spiele, 2.160 € Umsatz und 86,40 € erwarteter Verlust (dreimal 28,80 €).
Dieselbe Stunde kostet bei einer Quote von 94 % im Mittel 43,20 €, bei 98 % 14,40 €, sodass jeder Prozentpunkt bei 720 € Umsatz 7,20 € wert ist; wer bei 96 % nur alle zehn Sekunden ein Spiel startet, kommt mit 360 Spielen ebenfalls auf 14,40 €, denn halb so schnell zu spielen wiegt hier genauso viel wie zwei Prozentpunkte mehr Quote.
Unser zweites Beispiel ist ein Tischspiel, für das dieselbe Formel mit dem Vorteil des Tisches gilt: Beim europäischen Roulette sind es 1/37 oder 2,70 %, und hundert Einsätze zu 10 € ergeben 1.000 € Umsatz und 27,03 € erwarteten Verlust. Im Rechner trägt man dafür 10 € und als Quote 97,297 % ein (mit gerundeten 97,30 % zeigt er 27,00 €), dazu Sekunden und Stunden, die zusammen hundert Spiele ergeben, z. B. 36 Sekunden und eine Stunde.
Was das Gesetz am Takt festlegt
Dass schnelles Spielen ein Risiko ist, sagt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 selbst, der unter den Voraussetzungen jeder Erlaubnis im Internet aufzählt: „Besondere Suchtanreize durch schnelle Wiederholung sind ausgeschlossen“ (§ 4 Abs. 5 Nr. 3). Für virtuelle Automatenspiele nennt § 22a eine Zahl: Nach Abs. 6 sind je Spiel „durchschnittlich mindestens fünf Sekunden“ vorgeschrieben, gezählt ab der „Erklärung“, mit welcher der Spieler es startet, bis zur „Anzeige des Ergebnisses“.
Weil jedes Spiel eine eigene Erklärung braucht (Abs. 4), ist auch ein Automatikbetrieb ausgeschlossen, der Spiele in Serie startet (dazu der Eintrag Autoplay). Wie viel diese Grenze ausmacht, zeigt unsere Gegenrechnung: Mit zwei Sekunden je Spiel, die § 22a nicht zulässt, kämen bei 1 € und 96 % in einer Stunde 1.800 Spiele (3.600 geteilt durch 2) und 72 € erwarteter Verlust zusammen, das Zweieinhalbfache unseres Beispiels.
Im GGL-Merkblatt für einzelne Spiele (Stand Juni 2026) werden aus den fünf Sekunden „maximal 120 entgeltliche Spiele“ für je zehn Minuten, das sind die 720 Spiele je Stunde unseres Beispiels, und der Einsatz darf nach Abs. 7 Satz 1 höchstens „einen Euro je Spiel“ betragen. Was seit dem 1. Juli 2026 als „gestufte Abweichung“ davon möglich ist, erklärt der Eintrag Höchsteinsatz je Spiel; bei der Grundregel liegt der Stundenumsatz im Mittel bei höchstens 720 €.
Trägt man weniger als fünf Sekunden ein, weist der Rechner auf die Regel hin, und für Online-Casinospiele wie Roulette, für die § 22a nicht gilt und das Nähere die Länder regeln (§ 22c Abs. 5), schätzt man die Zahl der Spiele je Stunde selbst. Eine eigene Zeile für die Einsatzsteuer braucht der Rechner nach unserer Lesart nicht, weil der Veranstalter die 5,3 % schuldet und die angezeigte Quote je Euro Einsatz gilt.
Was der Mittelwert nicht verrät
Der erwartete Verlust ist ein Mittelwert, und eine wirkliche Sitzung (englisch „Session“) endet fast nie genau bei ihm. Wer hundertmal 10 € auf Rot setzt, erwartet 27,03 € Verlust, doch die Streuung des Ergebnisses (eine Standardabweichung) beträgt nach unserer Rechnung rund 100 €: Gut ein Drittel solcher Sitzungen endet im Plus, gut ein Viertel mit 100 € Verlust oder mehr, und erst über sehr viele Sitzungen rückt der Durchschnitt an die 27,03 € heran (Gesetz der großen Zahlen).
Bei einem Automatenspiel hängt die Streuung an seiner Volatilität, auch „Varianz“ genannt, die keine Pflichtangabe ist und sich aus der Quote nicht ablesen lässt. Unser Rechner kennt auch kein Guthaben, im Jargon die „Bankroll“: Er rechnet die eingetragene Zeit ganz durch, während eine echte Sitzung endet, sobald der Saldo bei null ankommt, und das kann lange vor dem Ende der Stunde geschehen.
Mit Bonusguthaben kommen Regeln hinzu, die der Rechner nicht kennt, die Gewinnobergrenze und die Gültigkeitsdauer, die einen Gewinn kappen oder das Guthaben verfallen lassen. Was eine Umsatzbedingung an Einsätzen verlangt und was davon im Mittel verloren geht, rechnet der Umsatzrechner, mit derselben Quote und dem Takt von fünf Sekunden je Spiel.
Kein Einsatzsystem ändert schließlich den Hausvorteil. Eine „Progression“, die den Einsatz nach Verlusten erhöht, setzt in derselben Zahl von Spielen mindestens so viel um wie der gleichbleibende Einsatz, mit dem sie beginnt, nach jedem Verlust mehr, und ihr erwarteter Verlust bleibt Hausvorteil mal Summe der Einsätze.
Weniger verliert bei gleicher Quote im Mittel nur, wer insgesamt weniger umsetzt, mit kleinerem Einsatz, in langsamerem Takt oder in kürzerer Zeit, und diese drei Größen, die man selbst in der Hand hat, sind drei der vier Felder dieses Rechners; wer daraus ein Monatsbudget machen will, rechnet im Budgetrechner weiter.
Häufige Fragen
Wie viel verliert man an Spielautomaten im Durchschnitt pro Stunde?
Das hängt an Einsatz, Takt und Quote: Mit 1 € Einsatz, einem Spiel alle fünf Sekunden und einer Quote von 96 % sind es im Mittel 28,80 €, und eine einzelne Stunde kann deutlich darüber oder darunter enden.
Warum kostet schnelleres Spielen mehr?
Weil der Hausvorteil auf jeden eingesetzten Euro wirkt: Doppelt so viele Spiele in derselben Zeit verdoppeln den Umsatz und mit ihm den erwarteten Verlust.
Kann ein Einsatzsystem den erwarteten Verlust senken?
Nein. Ein System verteilt die Einsätze nur anders, und solange der Hausvorteil gleich bleibt, sinkt der erwartete Verlust allein mit dem gesamten Umsatz.
Funktioniert der Rechner auch für Roulette?
Ja, mit der Quote des Tisches: Für europäisches Roulette mit einer Zero sind das 97,297 %, und wie viele Spins in eine Stunde passen, schätzt man selbst.
Speichert der Verlustrechner die eingegebenen Zahlen?
Nein, er rechnet im Browser: Die eingetragenen Zahlen verlassen die Seite nicht und bleiben nach dem Schließen nirgends zurück.