Über einen Bonus entscheiden seine Bedingungen mehr als seine Höhe, denn erst in ihnen stehen der verlangte Einsatz, die Frist und die Grenze der Auszahlung. Die zwölf Punkte unserer Liste lassen sich an jedem Angebot vor der Annahme nachsehen, und ein Punkt, der sich nicht klären lässt, ist schon ein Befund.
Was man in den Bonusbedingungen nachsieht
Vier Angaben, die in Deutschland Pflicht sind
Die ersten vier Punkte sind in Deutschland mehr als eine Frage der Sorgfalt: Die Musternebenbestimmungen (das Dokument trägt das Datum 12. April 2022), also das Muster der Auflagen, mit denen die GGL Erlaubnisse für Online-Poker und für virtuelle Automatenspiele versieht, verlangen in Ziffer 5.5 für jede Werbung mit Rabatten und Boni, dass der „Kreis der Begünstigten“ und die übrigen drei Angaben „gut erkennbar“ sind. Wir haben die Ziffer am 4. November 2026 im PDF der Behörde gelesen, und der Eintrag Pflichtangaben einer Bonusaktion erklärt, woher sie kommt.
„Bei der Werbung mit Rabatten und Boni müssen der Kreis der Begünstigten, Anlass und Dauer der Aktion sowie die Höhe der Vergünstigungen eindeutig hervorgehen und gut erkennbar sein.“
Dieselbe Ziffer erlaubt die Werbung mit Bonusaktionen nur, wenn die Aktionen beantragt und genehmigt sind, und nur zur „besseren Erreichung des Kanalisierungsziels“, das die Bestimmungen an anderer Stelle als Ziel „des Hinlenkens auf ein legales Glücksspielangebot“ bezeichnen (§ 1 Satz 1 Nr. 2 GlüStV 2021). Wer eine der vier Angaben, etwa „Anlass und Dauer der Aktion“ oder die „Höhe der Vergünstigungen“, nicht findet, hat deshalb einen Grund nachzufragen und keinen, die Lücke zu seinen Gunsten zu lesen.
Umsatz, Gewichtung und Höchsteinsatz
Beim Vielfachen (dem „Wager“) zählt die Basis so viel wie die Zahl. Eine 35-fache Bedingung verlangt auf einen Bonus von 50 € allein 1.750 € Einsatz, auf Bonus und Einzahlung von zusammen 100 € dagegen 3.500 €, und welche Lesart gilt, steht allein in den Bedingungen (Umsatzbasis).
Die Gewichtung wirkt danach als Teiler: Ein Spiel, das zu 10 % angerechnet wird, verlangt das Zehnfache an Einsätzen und damit, bei gleicher Auszahlungsquote, auch das Zehnfache an erwartetem Verlust. Zu diesem Punkt gehört deshalb die Frage, welches Spiel man tatsächlich spielen will, denn eine Tabelle der Gewichte hilft nur dem, der seine eigene Zeile darin findet.
Der Höchsteinsatz mit Bonus (englisch „Max Bet“) ist eine Regel des Anbieters und steht neben der gesetzlichen Grenze, die für virtuelle Automatenspiele in Deutschland bei 1 € je Spiel liegt (§ 22a Abs. 7 GlüStV 2021), mit einer gestuften, für die Anbieter freiwilligen Abweichung bis 5 €, die seit dem 1. Juli 2026 und vorerst bis zum 31. Dezember 2027 gilt und Spielern ab 21 Jahren vorbehalten ist; die Bonusbedingungen können darunter bleiben. Für wichtiger als die Zahl halten wir die Folge eines Verstoßes, also ob nur das eine Spiel nicht zählt oder der ganze Bonus mit seinen Gewinnen verfällt.
Was am Ende ausgezahlt wird
Die Gewinnobergrenze (in englischsprachigen Bedingungen „Max Cashout“) überliest man am leichtesten, weil sie erst nach dem Umsatz wirkt: Sie begrenzt die Auszahlung aus einem Bonus unabhängig vom Gewinn unterwegs, und der Rest verfällt. Neben den erwarteten Verlust gelegt, zeigt sie die Schieflage einer Bedingung: Die eine Zahl nennt die mittleren Kosten des Umsatzes, die andere seinen höchstmöglichen Ertrag.
Die Gültigkeitsdauer entscheidet, ob ein fast erfüllter Umsatz noch etwas wert ist, und die Reihenfolge der Guthaben, welches Geld zuerst im Spiel ist; mit der Frist steht und fällt der Bonus, mit der Reihenfolge die Verfügbarkeit des eigenen Geldes. Kommt zuerst das „Echtgeld“ (das Geld aus der eigenen Einzahlung) an die Reihe, hängt es von den Bedingungen ab, ob ein Gewinn daraus vor dem Ende des Umsatzes abgehoben werden darf oder bis dahin mit dem Bonus gebunden bleibt.
Ob man auf einen Bonus verzichten kann und zu welchem Preis, gehört vor die Annahme und nicht in den Streit danach. Die Bedingungen regeln den Zeitpunkt der Ablehnung (vor dem ersten Spiel oder auch später) und die Folgen eines Verzichts, nämlich ob nur das Bonusguthaben gestrichen wird oder auch die bis dahin erzielten Gewinne (Bonusverzicht).
Die Liste der ausgeschlossenen Spiele (englisch „Restricted Games“) ist das Gegenstück zur Gewichtung, und sie verlangt dieselbe Aufmerksamkeit: Ein Spiel mit 0 % bringt den Umsatz keinen Schritt voran, ein für Bonusguthaben gesperrtes Spiel kann dagegen den ganzen Bonus kosten, und beides lässt sich nur in den Bedingungen selbst nachlesen.
Die Rechnung zu den Punkten
Vier der zwölf Punkte liefern die Eingaben des Umsatzrechners: Bonus und Einzahlung aus der Höhe, Vielfaches und Basis, die Gewichtung des eigenen Spiels und der Einsatz je Spiel, dazu kommt die Auszahlungsquote, die ein Anbieter virtueller Automatenspiele in Deutschland beim Spiel anzeigen muss (GlüStV 2021, § 22a Abs. 3 Satz 3). Wir empfehlen, das Ergebnis zweimal neben die Bedingungen zu legen, die Mindestdauer neben die Gültigkeitsdauer und den erwarteten Verlust neben die Gewinnobergrenze, weil erst diese beiden Vergleiche zeigen, ob eine Bedingung erfüllbar ist und was sie bestenfalls einbringt.
Zeichen eines Angebots ohne deutsche Erlaubnis
Manche Befunde sagen weniger über die Bedingungen als über den Anbieter, und drei lassen sich ohne Vorwissen erkennen. Der erste ist Zeitdruck: Nach Ziffer 5.3 der Musternebenbestimmungen ist Werbung unzulässig, die mit Blick auf die Teilnahme „Zeitdruck suggeriert“, und ein Countdown neben einem Bonus oder eine Annahmefrist von wenigen Minuten passt nach unserer Lesart nicht zu einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis.
Der zweite ist ein Bonus ohne Einzahlung, der sich auf Deutsch an Spieler in Deutschland richtet. Ziffer 5.8 untersagt Werbung für Spiele, die „unentgeltlich angeboten“ werden, Bonusaktionen brauchen eine Genehmigung, und die einzige uns bekannte Obergrenze lässt Boni nur „bis zu 10% des Spieleinsatzes“ zu: Daraus folgt nach unserer Lesart, dass es im erlaubten deutschen Markt keinen Bonus ohne Einzahlung gibt, auch wenn keine Vorschrift das in diesen Worten sagt (Bonus ohne Einzahlung).
Der dritte ist die Adresse. Erlaubte Angebote im Internet brauchen eine Adresse mit der Endung „.de“ (Satz 1 des § 6e Abs. 3 GlüStV 2021), und die GGL nennt Angebote ohne diese Endung in ihren Fragen und Antworten (aktualisiert am 1. August 2025) „immer“ unerlaubt; ob eine „.de“-Domain für genau dieses Spiel zugelassen ist, zeigt erst die Whitelist, und weitere Zeichen sammelt die Prüfliste für Anbieter.
Wer sich bereits bei einem Anbieter angemeldet hat, dem die deutsche Erlaubnis fehlt, findet bei der GGL einen nüchternen Rat: das Spielkonto löschen, keine Werbemails oder sonstigen Kontaktversuche mehr beantworten und das Angebot auf Wunsch anonym über das Kontaktformular der Behörde melden. Bei Zahlungsproblemen rät sie, mit einem Anwalt den Rechtsweg zu prüfen.
Wenn ein Punkt fehlt
Fehlt einer der zwölf Punkte, ist die erste Antwort eine schriftliche Frage an den Anbieter, deren Antwort man aufbewahrt, und die zweite, den Bonus nicht anzunehmen. Ein Bonus, dessen Bedingungen man nicht vollständig kennt, ist nach unserer Einschätzung keine Vergünstigung, sondern ein Vertrag mit offenen Stellen, und wer ihn ablehnt, verliert nichts als den Bonus.
Häufige Fragen
Was muss in Deutschland bei jeder Bonusaktion angegeben sein?
Vier Dinge, so verlangt es Ziffer 5.5 der Musternebenbestimmungen, nämlich für wen die Aktion gilt, warum sie stattfindet, wie lange sie läuft und wie hoch die Vergünstigung ist. Jede dieser Angaben muss eindeutig und gut erkennbar sein.
Kann man einen Bonus ablehnen?
Das regeln die Bedingungen des Anbieters, nicht das Gesetz. Dort steht, ob man vor dem ersten Spiel ablehnen muss, ob ein späterer Verzicht möglich ist und was dabei gestrichen wird.
Gibt es in Deutschland legale Bonusse ohne Einzahlung?
Nach unserer Lesart nicht, weil Ziffer 5.8 die Werbung für unentgeltliche Spielangebote untersagt, jede Bonusaktion genehmigt sein muss und der einzige bekannte Höchstwert Boni an den Spieleinsatz bindet. Ausdrücklich verboten wird der Bonus ohne Einzahlung allerdings in keiner Vorschrift.
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