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Lexikon

Bonusbedingungen: zwölf Klauseln, ihre Rechnung und ihr Status

Redaktion bonusseohneeinzahlung.comStand: 4. November 2026

Was ein Bonus wert ist, steht nicht in seiner Überschrift, sondern in den Bedingungen darunter (international die „Terms and Conditions“), und diese bestehen aus Klauseln mit festen Namen, die sich vor der Annahme eines Angebots mit drei Formeln nachrechnen lassen. Elf der zwölf Begriffe dieser Seite sind Regeln aus der Feder des Anbieters, die kein Gesetz vorgibt; der zwölfte, die Pflichtangaben, stammt aus Ziffer 5.5 der Musternebenbestimmungen, und die Formeln sind dieselben wie in unserem Umsatzrechner. Die Zahlen der Beispiele sind unsere eigenen, rund gewählt und keinem Angebot entnommen, und jede Rechnung lässt sich dort mit eigenen Werten wiederholen.

Umsatzbedingung

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Kein Gesetz zum Faktor; § 5 Abs. 2 Satz 6 GlüStV 2021

Die Umsatzbedingung (englisch „Wagering Requirement“, im Jargon auch „Rollover“ oder kurz „Wager“) legt fest, wie viel man einsetzen muss, bevor ein Bonus und seine Gewinne auszahlbar werden, und ihre Formel ist eine Multiplikation: verlangter Einsatz gleich Vielfaches mal Umsatzbasis. Wer 20 € Bonus 40-mal umsetzen muss, setzt 800 € ein, und für den erwarteten Verlust multipliziert man den Einsatz mit 100 % minus Auszahlungsquote, bei angenommenen 95 % also 800 € × 5 % = 40 €, das Doppelte des Bonus (ein Mittel über sehr viele Spiele, keine Vorhersage für eine Sitzung).

Ein Gesetz, das den Faktor begrenzt, gibt es in Deutschland nicht. Wir sehen aber in einem beworbenen Bonusbetrag ohne seine Umsatzbedingung eine Angabe, die über die Höhe möglicher Gewinne täuschen kann, und unzutreffende Aussagen über „Art und Höhe der Gewinne“ verbietet § 5 Abs. 2 Satz 6 GlüStV 2021; woher der erwartete Verlust kommt, erklärt der Hausvorteil.

Umsatzbasis

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Keine gesetzliche Regel: Bonus allein oder mit Einzahlung

Die Umsatzbasis ist der Betrag, auf den sich das Vielfache bezieht: nur der Bonus, Bonus und Einzahlung zusammen (englisch „Deposit + Bonus“) oder bei Freispielen deren Gewinne. Wer 30 € einzahlt und 30 € Bonus erhält, setzt bei 25-fachem Umsatz auf den Bonus 750 € ein, auf Bonus und Einzahlung dagegen 1.500 €, und dieselbe Zahl in der Werbung bedeutet so die doppelte Summe.

Keine deutsche Norm schreibt die Basis vor, und weil ein Faktor ohne Basis nur eine halbe Angabe ist, gehört sie beim Lesen der Bedingungen gleich daneben. Wir haben nachgerechnet, was der Unterschied bei 96 % Auszahlungsquote im Mittel kostet: 30 € erwarteter Verlust auf der kleinen Basis, 60 € auf der großen.

Spielgewichtung

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Regel des Anbieters; § 22a Abs. 2: keine Tischspiele

Die Spielgewichtung (englisch „Game Contribution“) sagt, zu wie viel Prozent ein Einsatz in einem bestimmten Spiel auf die Umsatzbedingung angerechnet wird, und den tatsächlich nötigen Einsatz erhält man, wenn man den verlangten durch die Gewichtung teilt. Bei 600 € verlangtem Umsatz und einer Gewichtung von 20 % sind es 600 € ÷ 0,20 = 3.000 €, fünfmal so viel wie in einem Spiel, das voll zählt.

Gewichtungstabellen internationaler Bedingungen stellen Spielautomaten neben Roulette, Blackjack und Live-Tische, und in Deutschland verliert ein Teil dieser Zeilen seinen Gegenstand: Ein virtuelles Automatenspiel darf nach § 22a Abs. 2 GlüStV 2021 keinem Tischspiel „mit Bankhalter“ wie Roulette, Blackjack oder Baccara entsprechen, und Online-Casinospiele sind nach § 22c Sache der einzelnen Länder. Unter einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele bleibt deshalb nach unserer Lesart nur die Gewichtung zwischen Spielautomaten, die der Anbieter festlegt.

Höchsteinsatz mit Bonus

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Bonusregel; gesetzliche Grenze: § 22a Abs. 7

Bonusbedingungen können für die Zeit, in der ein Bonus aktiv ist, einen Höchstbetrag je Spiel festlegen (englisch „Max Bet“), und wer ihn überschreitet, riskiert nach dem Wortlaut solcher Klauseln den Bonus und die damit erzielten Gewinne. Die Regel bestimmt auch die Länge des Wegs zum Umsatz: 900 € zu 0,50 € je Spiel sind 1.800 Spiele, zu 0,20 € schon 4.500.

Die Grenze ist eine Bedingung der Aktion und nicht der gesetzliche Höchsteinsatz je Spiel für virtuelle Automatenspiele (§ 22a Abs. 7), der jedes Spiel betrifft, mit oder ohne Bonus. Die Bonusregel kann darunter bleiben, aber nichts über das gesetzliche Maß hinaus erlauben, und wer in Bedingungen zwei solche Zahlen liest, hat es mit zwei Grenzen zu tun, von denen die niedrigere zählt.

Gewinnobergrenze

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Bonusregel; nicht der Höchstgewinn des § 22a Abs. 3

Die Gewinnobergrenze (englisch „Max Cashout“, auch „Max Win“) begrenzt, wie viel von den Gewinnen mit Bonusguthaben ausgezahlt werden kann, als fester Betrag oder als Vielfaches des Bonus, und der Rest verfällt bei der Umwandlung in Echtgeld. Mit 25 € Bonus und einer Grenze beim Fünffachen sind höchstens 125 € auszahlbar, sodass von 210 € nach erfüllter Bedingung 85 € verfallen.

Geregelt ist sie in keinem Gesetz. Mit dem Höchstgewinn eines Spiels, dessen Wahrscheinlichkeit der Spieler nach § 22a Abs. 3 Satz 3 vor dem Einsatz sehen können muss, hat sie nichts gemein, denn der eine ist eine Eigenschaft des Spiels, die andere eine Klausel der Aktion. Wir halten sie für die am leichtesten überlesene Bedingung, weil sie erst nach erfüllter Umsatzbedingung wirkt.

Gültigkeitsdauer

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Frist des Anbieters; Aktionsdauer: Ziffer 5.5

Die Gültigkeitsdauer ist die Frist für Annahme, Spiel und Umsatz eines Bonus, bevor er mit seinen Gewinnen verfällt, und sie ist etwas anderes als die Dauer der Aktion, also der Zeitraum für den Erhalt des Bonus. Wie eng eine Frist ist, zeigt die Zahl der Spiele: 1.500 € Umsatz zu 0,20 € sind 7.500 Spiele, und ein virtuelles Automatenspiel dauert im Mittel mindestens fünf Sekunden (§ 22a Abs. 6 GlüStV 2021), zusammen also wenigstens 10 Stunden und 25 Minuten reines Spiel.

Das Merkblatt der GGL für einzelne virtuelle Automatenspiele (Fassung Juni 2026) nennt „maximal 120 entgeltliche Spiele in 10 Minuten“, also 720 in der Stunde, und bei einer Frist von drei Tagen hieße unser Beispiel mehr als drei Stunden Spiel an jedem Tag. Die Frist selbst schreibt kein Gesetz vor, anzugeben ist nach Ziffer 5.5 aber die „Dauer der Aktion“ (siehe Pflichtangaben einer Bonusaktion).

Bonusguthaben

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Anbieterbegriff; Höhe nach Klausel B 35 begrenzt

Bonusguthaben (englisch „Bonus Money“) ist der Teil des Kontostands, der aus einer Aktion stammt und erst nach erfüllten Bedingungen auszahlbar wird, getrennt vom eingezahlten oder ohne Bonus gewonnenen Echtgeld („Real Money“). Wer 40 € einzahlt und 20 € Bonus erhält, sieht 60 € auf dem Konto, darunter zunächst nur 40 € eigenes Geld, und welcher Teil beim Spielen zuerst schrumpft, regelt die Reihenfolge der Guthaben.

Der GlüStV 2021 kennt nur das Spielkonto, auf dem die Beträge „in Euro und Cent“ auszuweisen sind (§ 6b Abs. 1 Satz 2), und, wie wir im ganzen Text nachgesehen haben, keine eigene Kategorie für Bonusgeld; die Trennung der beiden Salden ist eine Regel des Anbieters. Was die deutsche Regulierung beiträgt, ist die Höhe, denn nach der einzigen bekannten Klausel übersteigt der gewährte Bonus 100 € in zwölf Monaten und je Spieler nicht (siehe Rabatt).

Reihenfolge der Guthaben

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Im GlüStV 2021 nicht geregelt

Die Reihenfolge der Guthaben legt fest, ob ein Einsatz zuerst vom Echtgeld oder zuerst vom Bonusguthaben abgebucht wird, und von ihr hängt ab, wie viel von einem Kontostand jederzeit abhebbar ist. Mit 50 € Echtgeld, 25 € Bonus und 35 € verlorenen Einsätzen bleiben in unserem Beispiel bei Echtgeld zuerst 15 € Echtgeld und 25 € Bonus, bei Bonus zuerst 40 € Echtgeld und kein Bonus.

Im ersten Fall bleibt der Bonus, im zweiten das eigene Geld. Weil kein Gesetz die Reihenfolge regelt, entscheidet allein die Bedingung zwischen den beiden Fällen, und die Variante mit dem Echtgeld zuerst ist die Mechanik hinter dem Non-Sticky-Bonus; wer die Zeile in den Bedingungen nicht findet, kann den Anbieter vor der Einzahlung danach fragen.

Mindesteinzahlung

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Bonusregel; Einzahlungslimit nach § 6c GlüStV 2021

Die Mindesteinzahlung (englisch „Minimum Deposit“) ist der kleinste Betrag, mit dem eine Einzahlung eine Aktion auslöst: Bei einer Schwelle von 20 € bleibt eine Einzahlung von 15 € eine Einzahlung von 15 €, ohne Bonus und ohne Bedingung. Für neue Kunden kommt in Deutschland eine Grenze nach oben hinzu, weil vor der Bestätigung ihrer Angaben höchstens 100 € eingezahlt werden können (mehr dazu unter Verifizierung).

Eine solche Schwelle kann das monatliche Einzahlungslimit nicht verschieben, das jeder Spieler nach § 6c Abs. 1 Satz 1 bei der Registrierung für alle Anbieter zusammen festlegt, und wer es erhöhen will, wartet nach § 6c Abs. 3 Satz 2 eine „Schutzfrist von sieben Tagen“ ab, während eine Senkung sofort gilt. Eine Aktion mit kurzer Frist ändert daran nichts, und nach unserer Einschätzung spricht eine Mindesteinzahlung über dem eigenen Limit gegen die Aktion, nicht gegen das Limit.

Bonusverzicht

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Weder GlüStV 2021 noch Ziffer 5.5 regeln ihn

Bonusverzicht (englisch „Forfeit“) heißt, einen Bonus abzulehnen oder nach der Gutschrift aufzugeben, damit das Echtgeld nicht länger an die Bedingungen gebunden ist, und der Preis ist der Bonus selbst und, je nach Klausel, alles mit ihm Gewonnene. Stehen 64 € auf dem Konto, von denen 24 € aus dem Spiel mit Bonusguthaben stammen, bleiben nach dem Verzicht 40 € auszahlbar, vor dem ersten Einsatz dagegen die ganze Einzahlung.

In den Texten, die wir gelesen haben (GlüStV 2021 und Musternebenbestimmungen), ist vom Verzicht auf einen Bonus nirgends die Rede, und ob er vor der Gutschrift, danach oder gar nicht möglich ist, entscheidet die Bedingung. Aus unserer Sicht gehört die Möglichkeit, einen Bonus vor der Einzahlung abzuwählen, zu den ersten Fragen an eine Aktion, weil an ihr die Freiheit der Einzahlung hängt.

Ausgeschlossene Spiele

Status
Regel aus den Bonusbedingungen: Liste des Anbieters; Quote sichtbar: § 22a Abs. 3

Ausgeschlossene Spiele (englisch „Excluded Games“) sind Spiele, die während einer Aktion nicht mit Bonusguthaben gespielt werden dürfen oder mit 0 % auf die Umsatzbedingung zählen, und die Folge reicht je nach Klausel vom bloßen Nichtanrechnen bis zum Verfall des Bonus. Wer von 800 € verlangtem Umsatz 200 € in einem ausgeschlossenen Spiel setzt, hat danach weiterhin 800 € vor sich, nicht 600 €, und die 200 € kosten ihn trotzdem den Anteil, den der Hausvorteil des Spiels vorgibt, bei 95 % Auszahlungsquote im Mittel 10 €.

Die Liste stellt der Anbieter auf, und ein Gesetz dazu gibt es nicht; prüfen lässt sich aber, ob sie vor allem Spiele mit hoher Auszahlungsquote trifft, denn deren Anzeige muss bei virtuellen Automatenspielen „dort erfolgen, wo der Spieleinsatz getätigt werden kann“ (§ 22a Abs. 3 Satz 4 GlüStV 2021). Wer die angezeigten Quoten ausgeschlossener und zugelassener Spiele nebeneinanderlegt, erkennt das Muster der Liste selbst.

Pflichtangaben einer Bonusaktion

Status
Pflicht für erlaubte Anbieter: Ziffer 5.5: Kreis, Anlass, Dauer, Höhe

Wer als erlaubter Anbieter mit Rabatten oder Boni wirbt, muss nach Ziffer 5.5 der Musternebenbestimmungen vier Angaben „eindeutig“ und „gut erkennbar“ machen: den „Kreis der Begünstigten“ (wer die Aktion erhält, etwa nur Neukunden), den „Anlass“ (wofür sie gewährt wird, etwa die erste Einzahlung), die „Dauer der Aktion“ (von welchem Tag bis zu welchem) und die „Höhe der Vergünstigungen“ (als Betrag oder als Prozentsatz mit Höchstbetrag). Das VG München, dessen Urteil vom 14. November 2024 wir gelesen haben, gibt dieselbe Regel als Nebenbestimmung B 13 Buchst. e der geprüften Erlaubnis wieder, und die Klage gegen sie blieb erfolglos.

Die vier Angaben sind der kürzeste Test einer Werbung. Fehlt eine davon oder steht sie erst hinter einem Link im Kleingedruckten, entspricht die Werbung nach unserer Lesart nicht der Ziffer 5.5, unabhängig von den übrigen Bedingungen, und die Prüfliste für Bonusbedingungen sammelt, was man vor der Annahme eines Bonus nachsieht.

„Bei der Werbung mit Rabatten und Boni müssen der Kreis der Begünstigten, Anlass und Dauer der Aktion sowie die Höhe der Vergünstigungen eindeutig hervorgehen und gut erkennbar sein.“

Ziffer 5.5 Satz 3 der Musternebenbestimmungen für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker

Häufige Fragen

Was bedeutet 40-facher Umsatz bei einem Bonus?

Dass man die Umsatzbasis vierzigmal einsetzen muss, bevor der Bonus auszahlbar wird: Bei 15 € Bonus und dem Bonus als Basis sind das 600 € Einsatz.

Zählen alle Spiele gleich für die Umsatzbedingung?

Nicht unbedingt, denn die Spielgewichtung des Anbieters bestimmt, mit wie viel Prozent ein Einsatz angerechnet wird; bei 50 % braucht man für 400 € Umsatz 800 € Einsatz.

Was passiert, wenn man mit Bonus mehr als den erlaubten Einsatz setzt?

Die Folge steht in der Bonusbedingung selbst, etwa der Verlust von Bonus und Bonusgewinnen; unabhängig davon gilt für virtuelle Automatenspiele der gesetzliche Höchsteinsatz je Spiel.

Kann man einen Bonus ablehnen?

Ob und wann das geht, regelt die Bedingung des Anbieters und nicht das Gesetz; dieselbe Bedingung sagt, was mit den Bonusgewinnen geschieht.

Welche Angaben muss eine Bonusaktion in Deutschland enthalten?

Vier, nach Ziffer 5.5: den Kreis der Begünstigten, Anlass und Dauer der Aktion und die Höhe der Vergünstigung, alle eindeutig und gut erkennbar.